Sie verwenden einen veralteten Browser. Bitte aktualisieren Sie Ihren Browser.

Fakten rund um das Thema Netzentgelte Strom und Gas

Netzentgelte

Fakten rund um das Thema Netzentgelte für Strom und Gas.

Geldscheine und Münzen

Strom- und Gaskunden zahlen sogenannte Netzentgelte an die Betreiber von Strom- oder Gasnetzen. Diese Netzentgelte werden genutzt, um die Kosten, z.B. für Wartung, Instandhaltung, Erneuerung, Bau und laufenden Betrieb, zu decken. Zusätzlich dürfen die Netzbetreiber eine gesetzlich festgeschriebene Rendite erwirtschaften. Der Endkunde zahlt diese Netzentgelte als Teil des Strom- und Erdgaspreises an seinen Energielieferanten, der die Gelder an den Netzbetreiber weiterleitet. Jede Zählerstelle muss ein Netzentgelt entrichten.

Gesetzliche Rahmenbedingungen.

Grundlage für die Netzentgelte bilden gesetzliche Bestimmungen. Im Zentrum steht §20 Energiewirtschaftsgesetz (EnWG), die Anreizregulierungsverordnung (ARegV) sowie die Strom- und Gasnetzentgeltverordnungen (StromNEV, GasNEV). 

Höhe der Netzentgelte.

Stromleitungen über eine Straße, im Hintergrund Windräder

Netze sind Monopole. Das heißt, kein Unternehmen wird neben einem bestehenden Stromnetz ein zweites Netz errichten. Ein Wettbewerb zwischen Netzbetreibern ist ausgeschlossen. Die Netzentgelte werden staatlich reguliert, um Wettbewerb zu erzeugen. Dies nennt man Anreizregulierung. Netzbetreiber werden dabei untereinander verglichen. 

Anhand dieser individuellen Effizienz wird festgelegt, wie viel ein Netzbetreiber maximal für die Netznutzung verlangen darf. Dies sind die sogenannten Erlösobergrenzen. In Deutschland ist auf Bundesebene die Bundesnetzagentur für die Kontrolle und Genehmigung der Erlösobergrenzen und Netzentgelte zuständig. Bei kleineren Energieversorgungsunternehmen können Landesbehörden diese Aufgabe übernehmen.

Die Summe der Netzentgelte darf die vorgegebene Erlösobergrenze nicht überschreiten. Da die Erlöse für eine fünfjährige Periode im Vorfeld festgelegt werden, sind die Erlöse und die tatsächlich entstehenden Kosten des Netzbetreibers für diese Dauer voneinander entkoppelt. So wird der Netzbetreiber dazu angeregt, seine Kosten zu senken und produktiver zu wirtschaften.

Der Netzbetreiber ist dazu verpflichtet, das Netzentgelt im Internet zu veröffentlichen. In der Rechnung ist die Höhe des Netzentgelts separat angegeben.

Die Netzentgelte, die auf Basis der individuellen Erlösobergrenzen der Netzbetreiber festgesetzt werden, unterscheiden sich regional in Deutschland und je nach Netzbetreiber. Höher sind die Netzentgelte in ländlichen Regionen, weil sich die Netzkosten auf weniger Verbraucher verteilen als in der Stadt. Auch das Alter und die Qualität der Netze beeinflussen die Höhe des Netzentgelts. In Ostdeutschland musste beispielsweise auf Grund des hohen Zubaus erneuerbarer Anlagen in einzelnen Regionen stark in den Netzausbau investiert werden, was sich in höheren Netzentgelten niederschlägt. So finden sich höchste Netzentgelte in den Regionen, in denen die Energiewende besonders weit fortgeschritten ist. 

Vermiedene Netzentgelte.

Windräder vor blauem Himmel

Die vermiedenen Netzentgelte (vNE) wurden eingeführt, um eine Stromproduktion "vor Ort" zu fördern. Kleinere dezentrale Kraftwerke sollen den Strom dort produzieren, wo er verbraucht wird. Dies spart Netzausbau. Ein Teil dieser Ersparnis wird an die dezentralen Anlagen weitergegeben, um deren Attraktivität zu erhöhen.

Auch dezentrale Wind- und PV-Anlagen erhalten vermiedene Netzentgelte. Netzausbau vermeiden diese aber nicht. Im Gegenteil: Wind- und PV-Anlagen sind nicht steuerbar und produzieren nur Strom, wenn das Wetter dies zulässt. Zusätzlich sind sie größtenteils auf grüner Wiese entstanden. Sie verursachen daher umfangreiche Netzinvestitionen und treiben die Netzentgelte regional in die Höhe. 

Eine Abschaffung der vNE für volatile Anlagen (Wind und PV) ist daher sinnvoll. Dies wird durch das Netzentgeltmodernisierungsgesetz ab 2018 schrittweise umgesetzt. So entfallen ab 2018 die vNE für alle neuen Photovoltaik- und Windenergieanlagen. Außerdem werden die vNE für bestehende Anlagen bis 2020 schrittweise auf Null gesenkt.

Bedauerlicherweise werden auch steuerbare dezentrale Neuanlagen ab 2023 keine vNE mehr erhalten. Die Bundesregierung hat aber angekündigt zumindest für KWK für einen Ausgleich zu sorgen.

Einen Kommentar schreiben

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

* = Pflichtfelder. Bitte füllen Sie diese aus.

Datenschutzhinweis
Ihre persönlichen Daten werden verschlüsselt übertragen und vertraulich behandelt.

Bitte füllen Sie alle Pflichtfelder korrekt aus.

Ihr Kommentar wartet auf Freischaltung.

    Kommentarrichtlinie

    Wir freuen uns über Ihre Kommentare. Damit eine sachliche Diskussion möglich ist, beachten Sie bitte folgende Grundregeln:

    • • Gehen Sie mit anderen Nutzern so um, wie Sie selbst behandelt werden möchten.
    • • Vermeiden Sie persönliche Angriffe oder Argumente, die sich auf die Person beziehen.
    • • Beleidigungen, sexuelle Anspielungen, sexistische und rassistische Äußerungen sind untersagt.
    • • Respektieren Sie das Recht auf eigene Meinung und versuchen Sie nicht, Ihre Meinung anderen aufzuzwingen.

    Wir behalten uns vor, Beiträge zu löschen, die diesen Grundregeln widersprechen.

    Wir löschen einen Kommentar, wenn er:

    • • personenbezogene Daten wie beispielsweise Kundennummern oder Telefonnummern enthält.
    • • als Werbefläche für Webseiten, Produkte oder Dienstleistungen missbraucht wird. Dazu zählen private und kommerzielle Angebote.
    • • maschinell hinterlassen wurde.
    • • zu Gewalt gegen Personen, Institutionen oder Unternehmen aufruft.
    • • Rassismus, Hasspropaganda und/oder Pornografie enthält.
    • • Personen beleidigt und/oder herabwürdigt.
    • • Rechte Dritter und/oder das Urheberrecht verletzt.
    • • zu Demonstrationen und Kundgebungen jeglicher politischer Richtung aufruft.
    • • nicht in deutscher oder englischer Sprache verfasst ist.
    • • sich nicht auf den kommentierten Beitrag bezieht.

    Jeder Nutzer ist für die von ihm publizierten Beiträge selbst verantwortlich. Es besteht kein Anspruch auf Veröffentlichung. Allgemein gilt: Interne, vertrauliche oder geheime Informationen gehören nicht ins Netz!

    Alle von enviaM eingestellten Inhalte, sofern nicht anders gekennzeichnet, unterliegen dem Urheber-recht der enviaM AG oder ihrer Partner und dürfen nur mit vorheriger Genehmigung genutzt, veröffent-licht oder vervielfältigt werden.

    Ausschlussklausel für Haftung
    Die Kommentare zu unseren Beiträgen spiegeln allein die Meinung einzelner Leser wider. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt enviaM keinerlei Gewähr.