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Netzausbau

Der Boom der grünen Erzeugungsanlagen führt soweit, dass bei starkem Wind schon heute mehr Strom produziert als regional verbraucht werden kann. In 2025 lag der Anteil der erneuerbaren Energien am Letztverbraucherabsatz im Netzgebiet der MITNETZ STROM bei 113 Prozent und damit mehr als doppelt so hoch wie im Bundesdurchschnitt (55 Prozent).

Stromnetz mit Windkraftanlagen im Hintergrund

Besser vernetzen

Überall im Osten und Norden der Republik schießen Windräder und Solaranlagen wie Pilze aus dem Boden. Allerdings fehlen bisher Leitungen, die den produzierten Wind- und Sonnenstrom in die Verbrauchszentren im Westen und Süden Deutschlands transportieren.

Die steigende Ökostromerzeugung lässt die Netze immer häufiger an ihre Grenzen stoßen. Folge dieser Entwicklung ist, dass es oft zu Netzengpässen kommt und einige Anlagen zeitweise abgeschaltet werden müssen. Abhilfe schaffen ein schneller Ausbau der Netze und die Weiterentwicklung der Netztechnik. Ein Baukostenzuschuss von Einspeisern erneuerbarer Energien wäre dabei sinnvoll, um die Kosten fair zu verteilen.

Netzausbau ist unabdingbar

Der Aus- und Umbau der Netzinfrastruktur ist unabdingbar, damit die Energiewende gelingt. Der Bundesbedarfsplan sieht allein für die Höchstspannungsebene vor, 2.800 Kilometer neue Stromtrassen zu bauen und 2.900 Kilometer bestehende Trassen zu verstärken. 
Im regionalen Verteilnetz, das heißt im Hoch-, Mittel- und Niederspannungsnetz, stellt sich die Situation noch dramatischer dar, da hier über 90 Prozent der installierten Leistung aus erneuerbaren Energien angeschlossen sind. Die in 2012 durchgeführte dena-Verteilnetzstudie ermittelte für das Hoch-, Mittel- und Niederspannungsnetz bundesweit einen Um- und Ausbaubedarf von über 150.000 Kilometern. Eine Strecke, die rund vier Mal um die Erde reicht.

Bild mit Strommast und Erdkugel verdeutlicht den Umfang des notwendigen Netzausbaus

Im zweiten Quartal 2021 befanden sich von der Gesamtlänge 2.900 Kilometer vor dem Genehmigungsverfahren, bei etwa 900 Kilometern werden die Raumordnungs- oder Bundesfachplanungsverfahren durchgeführt, rund 5.800 Kilometer befinden sich vor dem oder im Planfeststellungs- oder Anzeigeverfahren. Genehmigt, vor bzw. im Bau waren 136 Kilometer. Bereits fertiggestellt sind 684 Kilometer.

Netzausbauplan der Verteilnetzbetreiber in Ostdeutschland

MITNETZ Strom hat gemeinsam mit den anderen Flächennetzbetreibern in Ostdeutschland einen Netzausbauplan initiiert. Dieser zeigt die notwendige Erweiterung und den Neubau von rund 2.600 Kilometern Hochspannungsleitungen und 39 Übergabe-Umspannwerken als Verknüpfungspunkt zum Übertragungsnetz auf.

Nach aktueller Planung müssen in der Region zwischen Ostseeküste und Thüringer Wald bis zum Jahr 2030 elf Netzverknüpfungspunkte zwischen Verteil- und Übertragungsnetz neu errichtet und 29 Verknüpfungspunkte verstärkt werden. Zusätzlich müssen im Hochspannungsnetz insgesamt 526 Kilometer Trassen neu errichtet und 2.156 Kilometer Trassen verstärkt werden. Untersuchungen zeigen, dass trotz stetiger Investitionen in die Erneuerung und Erweiterung der Netze der Bedarf an weiteren Netzverstärkungs- und Netzausbaumaßnahmen auch in Zukunft hoch bleibt.

Herausforderungen beim Netzausbau

Wir brauchen mehr Verwaltungsentscheidungen, in kürzer Zeit!

786 GW oder versinnbildlicht 132.000 Windräder - das ist der Ausbaubedarf der erneuerbaren Energien bis 2045 in Deutschland, um Klimaneutralität zu ermöglichen. Das sind 12 Windräder pro Tag, die nicht nur gebaut, sondern auch in die deutschen Stromverteil- und Übertragungsnetze integriert werden müssen. Erneuerbare Energien und Netzausbau brauchen daher einen wirksamen "Booster", der sich nicht nur auf günstige Investitionsbedingungen auswirkt. Wir müssen vor allem auch die Geschwindigkeit von Planungs-, Genehmigungs- und Gerichtsverfahren erheblich beschleunigen und brauchen viel mehr Verwaltungsentscheidungen in viel kürzer Zeit.

Forderungen beim Ausbau der erneuerbaren Energien

Auch beim Ausbau der erneuerbaren Energien und der Integration in die Strom(verteil)netze gilt es, mehrjährige Planungs-, Genehmigungs- und Gerichtsverfahren drastisch zu verkürzen.

Dazu gilt:

  • EEG 2023: Vorrang für Ausbau Erneuerbarer Energien = Vorrang für Verteilnetzausbau
  • Planungs- und Genehmigungsbehörden sowie Gerichte personell und sachlich besser ausstatten und Verfahren digitalisieren
  • Synergien bei Naturschutzgutachten nutzen
  • Parallelität in der Genehmigungspraxis ermöglichen
  • den Stand geltender Gesetze zu Beginn des Verfahrens einfrieren
  • materielle Präklusion für umweltfachliche Einwendungen wieder einführen

Neben einem gesetzlichen Vorrang für erneuerbare Energien sowie der Beschleunigung von Planung- und Genehmigungsprozessen, will die Bundesregierung auch die für Windenergie zur Verfügung stehenden Flächen erheblich ausweiten. Ein gesetzliches Ziel von 2 Prozent des Bundesgebietes für Wind an Land ist im Gespräch. Dieses Ziel macht aber nur Sinn, wenn auch die Erschließung – das heißt, die Integration der Flächen und der potentiellen Strommengen in die örtlichen Verteilnetze -  vorausschauend erfolgt sowie die erforderlichen Netzkapazitäten berücksichtigt und geplant werden können. Wir setzen uns daher für einen Paradigmenwechsel in der Regulierung und Verteilnetzplanung ein: von einem nachgelagerten hin zu einem vorausschauenden Planungsansatz.

Bisher kann das Verteilnetz erst angepasst bzw. ausgebaut werden, wenn auch konkrete Wind- oder PV-Anlagen in Planung sind. Auf Grund des großen zeitlichen Unterschieds in der Realisierung von Erneuerbaren-Energien-Anlagen (Umsetzungszeit: 5 Monate) und des Netzausbaus (Umsetzungszeit: 7 bis 10 Jahre) kann das zu erheblichen Problemen bei Anschluss und Transport der erneuerbaren Energien führen.

Der Verteilnetzbetreiber der enviaM-Gruppe, MITNETZ STROM, informiert unter www.mitnetz-strom.de/Stromnetz/Netzausbau frühzeitig über Planungen zum Netzausbau.

Netze in der enviaM-Gruppe

Mann blauer Overoll + Helm vor Hochspannungsmast

Die enviaM-Gruppe leistet einen wichtigen Beitrag zum Umbau des Stromnetzes in Ostdeutschland. Der kontinuierliche Netzausbau im Hoch-, Mittel- und Niederspannungsnetz steht dabei im Mittelpunkt. Dazu zählen Umspannwerke und Trafostationen zu modernisieren sowie Freileitungen im Mittelspannungs- und Niederspannungsnetz durch Erdkabel auszutauschen. Insgesamt investierte MITNETZ STROM im Jahr 2021 rund 322 Millionen Euro.

Automatisierte Netzanschluss-Prüfung in Echtzeit

Die Netzanschluss-Prüfung ist ein Nadelöhr beim Ausbau der erneuerbaren Energien. Nicht selten vergehen mehrere Wochen bis die gewünschte Auskunft vorliegt. Daher hat MITNETZ STROM die automatisierte Netzanschluss-Prüfung in Echtzeit eingeführt. Sie vereinfacht Stromerzeugern aus erneuerbaren Energien mit Anlagen mit mehr als 135 KW den Zugang zum Stromnetz. Diesen ist es nun möglich, online abzufragen, wo sie ihre gewünschte Leistung anschließen können. Sie erhalten sofort eine Rückmeldung. Bei Bedarf sind außerdem alle freien Kapazitäten für Netzanschlüsse im gesamten Netzgebiet einsehbar.

FAQ Netzausbau

Was ist Netzausbau?

Netzausbau umfasst die Erweiterung und Modernisierung von Stromnetzen. Er sorgt dafür, dass erzeugter Strom zuverlässig zu Haushalten, Unternehmen und öffentlichen Einrichtungen transportiert werden kann. Besonders durch den Ausbau erneuerbarer Energien werden die Strom-netze an neue Anforderungen angepasst.

Warum ist Netzausbau notwendig?

Der Anteil erneuerbarer Energien wie Wind- und Solarenergie wächst stetig. Da diese Anlagen häufig an Orten Strom erzeugen, wo er nicht direkt verbraucht wird, müssen Stromnetze ausgebaut und modernisiert werden. Nur so kann Strom sicher und zuverlässig transportiert werden.

Welche Rolle spielen erneuerbare Energien beim Netzausbau?

Windräder und Solaranlagen speisen zunehmend Strom ins Netz ein. Da ihre Einspeisung wetterabhängig ist und oft dezentral erfolgt, müssen Stromnetze mehr Energie aufnehmen, verteilen und flexibel steuern können. Der Netzausbau schafft die dafür notwendigen Voraussetzungen.

Was passiert, wenn die Stromnetze nicht ausgebaut werden?

Ohne ausreichenden Netzausbau kann der erzeugte Strom aus erneuerbaren Energien nicht vollständig genutzt werden. Es drohen Engpässe im Netz, höhere Kosten für Netzeingriffe und Einschränkungen beim weiteren Ausbau von Wind- und Solaranlagen.

Wie trägt der Netzausbau zur Energiewende bei?

Netzausbau verbindet Erzeugung, Speicherung und Verbrauch von Strom miteinander. Er ermöglicht die Integration erneuerbarer Energien und schafft die Grundlage für eine klimafreundliche Energieversorgung.

Was sind intelligente Stromnetze?

Intelligente Stromnetze, auch Smart Grids genannt, verknüpfen digitale Technologien mit der Stromversorgung. Sie helfen dabei, Stromflüsse besser zu steuern, Verbrauch und Erzeugung auszugleichen und die Netzstabilität zu sichern.

Welche Herausforderungen bringt die Energiewende für die Stromnetze mit sich?

Die Stromerzeugung wird dezentraler und schwankender. Gleichzeitig steigt der Strombedarf durch Elektromobilität, Wärmepumpen und die Elektrifizierung von Industrieprozessen. Dadurch müssen Stromnetze leistungsfähiger und flexibler werden.

Wie lange dauert der Ausbau von Stromnetzen?

Der Netzausbau ist ein langfristiger Prozess. Planung, Genehmigung und Bau können mehrere Jahre in Anspruch nehmen. Deshalb starten Netzbetreiber frühzeitig mit der Entwicklung und Umsetzung notwendiger Projekte.

Welche Vorteile hat der Netzausbau für Verbraucher?

Ein leistungsfähiges Stromnetz erhöht die Versorgungssicherheit und ermöglicht die Nutzung erneuerbarer Energien. Es schafft außerdem die Grundlage für neue Anwendungen wie Elektromobilität, Wärmepumpen oder Batteriespeicher.

Wird durch den Netzausbau die Stromversorgung sicherer?

Ja. Moderne und leistungsfähige Stromnetze helfen dabei, Versorgungsausfälle zu vermeiden und auch bei steigenden Anforderungen eine zuverlässige Stromversorgung sicherzustellen.

Warum müssen Stromnetze digitalisiert werden?

Mit der Digitalisierung können Netzbetreiber Stromflüsse in Echtzeit erfassen und steuern. Das macht die Netze effizienter und erleichtert die Integration erneuerbarer Energien sowie neuer Verbraucher wie Elektroautos oder Wärmepumpen.

Wie unterstützt enviaM den Netzausbau in Ostdeutschland?

Als regionaler Energiedienstleister investieren wir in moderne Energienetze und intelligente Technologien. Ziel ist es, die Energiewende in Ostdeutschland zu unterstützen und eine sichere Energieversorgung zu gewährleisten.

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