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Digitalisierung in der Energiewirtschaft

Die Digitalisierung hat den Energiesektor voll erfasst. In Zukunft wird der Energiemarkt anders aussehen als heute. Die Chancen für alle Beteiligten sind gewaltig. Netzbetreiber können die Netze besser steuern, Kunden mit digitalen Tools ihren Verbrauch besser überwachen und regeln.

Digitalisierung und Innovation

Intelligente Vernetzung aller Teilnehmer

Die Energiewende ist geprägt von dezentraler Erzeugung, die derzeit noch viel zu oft die Stromnetze überlastet. Das passiert in sogenannten Spitzenzeiten, wenn zum Beispiel aufgrund der aktuellen Wetterlage zu viel von Wind- und Solaranlagen produzierter Strom eingespeist wird. In der Folge müssen energieerzeugende Anlagen heruntergefahren werden.Die größte Herausforderung der Energiewende ist es, die dezentral erzeugte Energie genau nach Bedarf der Verbraucher bereitzustellen. Dazu müssen zum einen die Netze ausgebaut und verstärkt werden. Zum anderen gilt es, intelligente Technologien zu entwickeln und zu integrieren, die alle Netzteilnehmer – also Erzeuger, Versorger, Verbraucher und Netzbetreiber – miteinander kommunizieren und kooperieren lassen.

Intelligente Messsysteme

Seit Anfang 2025 ist der Einbau intelligenter Messsysteme (Smart Meter) für Haushalte mit einem Stromverbrauch über 6.000 kWh oder mit PV-Anlagen über 7 kW verpflichtend. Bis 2030 sollen alle entsprechenden Haushalte ausgestattet sein. Diese Systeme ermöglichen eine transparente und automatisierte Erfassung des Stromverbrauchs und helfen, Erzeugung und Verbrauch effizient aufeinander abzustimmen.

Dynamische Tarife

Zudem müssen alle Stromversorger nun dynamische Stromtarife anbieten, die sich am aktuellen Börsenstrompreis orientieren. Verbraucher können so ihren Strombezug in kostengünstige Zeiten mit hoher Einspeisung aus erneuerbaren Energien verlagern. Dies entlastet die Netze und fördert die Integration steuerbarer Verbraucher wie Wärmepumpen und Elektroautos.

Entbürokratisierung

Auch die Bürokratie wurde reduziert: Bei steckerfertigen Solaranlagen (Balkonkraftwerken) sind die Meldepflichten im Marktstammdatenregister vereinfacht worden. Netzanschlussbegehren für PV-Dachanlagen können nun digital eingereicht werden. 

Diese Maßnahmen sind Teil eines umfassenden Digitalisierungsschubs, der die Energiewirtschaft resilienter, effizienter und klimaneutraler machen soll. Die intelligente Vernetzung aller Teilnehmer ist dabei nicht nur technologische Notwendigkeit, sondern auch ein zentraler Hebel für mehr Versorgungssicherheit und Klimaschutz.

Daten im Zentrum der Digitalisierung

Damit all dies möglich ist, sind Daten notwendig, die stetig erhoben, analysiert und ausgetauscht werden. Intelligente Messsysteme sind heute Teil eines umfassenden digitalen Ökosystems. Sie haben Vorteile sowohl für den Kunden als auch für den Netzbetreiber. Dem Verbraucher bringen sie Transparenz und Effizienz, der Netzbetreiber kann sein Netz besser steuern sowie die Ein- und Ausspeisung leichter in Einklang bringen. Anwendungen wie das Energiemanagementsystem HEMS oder die iONA-App helfen Kunden, ihre Energiekosten im Blick zu behalten und ihre Solaranlagen smart zu steuern. Ergänzt werden die Intelligenten Messsysteme durch Technologien wie Künstliche Intelligenz, Smart Grids, digitale Zwillinge und virtuelle Kraftwerke.

Neue Tarife, Produkte und Dienstleistungen

Heizkostenabrechnung

Die Digitalisierung verändert die Energiewirtschaft tiefgreifend und betrifft sämtliche Wertschöpfungsstufen – von der Erzeugung über die Speicherung und Verteilung bis hin zum Vertrieb. Neben dem Netzausbau stehen auch neue Geschäftsmodelle im Fokus, etwa flexible Tarife, die sich an der Verfügbarkeit erneuerbarer Energien orientieren. 

Dynamische Tarife

Seit Januar 2025 müssen alle Stromversorger dynamische Stromtarife anbieten, die sich am aktuellen Börsenstrompreis orientieren. Verbraucher können so ihren Strombezug in kostengünstige Zeiten mit hoher Einspeisung aus erneuerbaren Energien verlagern. Dies entlastet die Netze und fördert die Integration steuerbarer Verbraucher wie Wärmepumpen und Elektroautos. 

Intelligente Haussteuerung

Eine intelligente Haussteuerung ermöglicht die optimale Nutzung solcher Tarife. Sie überwacht alle elektrischen Geräte im Haushalt, gleicht den Strombedarf mit dem aktuellen Angebot ab und reagiert automatisiert: Geschirrspüler oder Waschmaschine starten bei hoher Netzverfügbarkeit, das Elektroauto wird geladen, der Speicher gefüllt. Komfort und Sicherheit bleiben dabei erhalten – Beleuchtung, Heizung, Rollläden und Alarmanlagen passen sich den Gewohnheiten der Bewohner an. Die Systeme lernen selbstständig und optimieren sich kontinuierlich.

Digitalisierung in der enviaM-Gruppe

Auszubildender der enviaTEL bei der Arbeit im Datacenter

Die Digitalisierung der Energiewirtschaft ist eine Aufgabe für alle Beteiligten: Energiewirtschaft, Verbraucher, Politik und Wissenschaft müssen kooperieren, um digitale Lösungen zu entwickeln. Die enviaM-Gruppe macht mit.

Digitale Produkte

MEIN STROM Vision – unser dynamischer Tarif

Unser dynamischer Stromtarif „MEIN STROM Vision“ passt sich stündlich den Börsenpreisen an und ermöglicht es Kunden, durch gezielte Verbrauchssteuerung – etwa mit der iONA-App – Strom besonders günstig zu nutzen, etwa beim Laden von E-Autos oder dem Betrieb von Haushaltsgeräten. Voraussetzung ist ein intelligentes Messsystem. Der Tarif nutzt 100 Prozent Ökostrom, ist monatlich kündbar und bietet volle Transparenz über Verbrauch und Preisentwicklung und ist somit ideal für Haushalte mit flexiblen Verbrauchsprofilen.

Mehr Wissenswertes zu MEIN STROM Vision gibt es unter www.enviam.de.

iONA - Stromfressern auf der Spur

Unsere iONA-App zeigt Mietern und Eigentümern an, wie viel Energie Geräte verbrauchen und welche Kosten dabei entstehen. In Echtzeit werden Daten an Smartphone, Tablet oder Computer gesendet und so große und kleine Energiefresser aufgedeckt. Zusätzlich gibt es mit der Happy Hour täglich eine Stunde Strom zum halben Preis.

Weiterführende Informationen gibt es unter www.enviam.de.

Liveverbrauch iONA-App

Stromspeicher

enviaM bietet eine innovative Batteriespeicherlösung an, die speziell für Mieter konzipiert ist und mit dem dynamischen Stromtarif „MEIN STROM Vision“ kombiniert werden kann. Der Speicher lässt sich einfach per Steckdose anschließen, speichert Solarstrom aus Balkonkraftwerken und gibt ihn automatisch bei höheren Strompreisen wieder ab – gesteuert über die iONA-App.

Details gibt es unter www.enviam.de

HEMS – Home Energy Management System

Unser Home-Energie-Management-System (HEMS) ermöglicht die intelligente Steuerung von Solaranlagen, Batteriespeichern, Wärmepumpen und Wallboxen, um den Eigenverbrauch zu optimieren und Energiekosten zu senken. Die entsprechenden Energiedaten sowie Verbrauch und Kosten sind jederzeit bequem über Computer, Tablet oder Smartphone abrufbar. HEMS ist unsere Lösung für ein smartes Zuhause.

Mehr Informationen zu HEMS finden Sie unter www.solarwelt-enviam.de.

Sichere Aufbewahrung von Daten

Das Datacenter Leipzig von envia TEL zählt zu den modernsten Rechenzentren Europas und bietet auf über 3.000 Quadratmetern Fläche Platz für rund 60.000 Server. Es zeichnet sich durch höchste Sicherheitsstandards, ISO 27001-Zertifizierung, eine leistungsstarke Glasfaseranbindung mit bis zu 100 Gbit/s sowie 100 Prozent Ökostrom aus und ist direkt mit dem DE-CIX-Knotenpunkt verbunden. 

Alle Informationen gibt es unter www.enviatel.de.

Cyberkriminalität bedroht Stromnetze

Stromnetz im Sonnenuntergang

Mit zunehmender Digitalisierung wächst auch die Gefahr von Angriffen auf Versorgungssysteme. So ist Europa Anfang Januar 2021 knapp an einem Blackout vorbeigeschrammt. Nach einer Störung in Südosteuropa wurde das Europäische Verbundnetz aufgetrennt. Plötzlich war zu wenig Erzeugerleistung im Netz vorhanden, die Frequenz sackte ab und fiel von 50 auf etwa 49,7 Hertz. Was nach einem minimalen Unterschied klingt, kann weitreichende Konsequenzen haben und sogar zum Blackout führen.

Seitdem kam es zu mehreren weiteren Großstörungen im europäischen Stromnetz. Die Bundesregierung listet sechs größere Vorfälle seit 2021 auf – darunter der massive Blackout in Spanien und Portugal am 28. April 2025. Diese Ereignisse zeigen, wie dringend Investitionen in Netzstabilität und Digitalisierung notwendig sind.

Cyberattacken auf die Energieversorgung nehmen weiter zu

Laut einer aktuellen Bitkom-Studie verursachten Angriffe durch Spionage, Sabotage und Datendiebstahl 2025 einen Rekordschaden von 289,2 Milliarden Euro für die deutsche Wirtschaft. 87 Prozent der Unternehmen waren betroffen. Besonders gefährlich sind Ransomware-Attacken, bei denen Daten verschlüsselt und Lösegeld gefordert wird. 

Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) warnt vor einer wachsenden Bedrohungslage. Der Energiesektor steht besonders im Fokus von Cyberoperationen, die auf Sabotage und Spionage abzielen. Die zunehmende Vernetzung, dezentrale Energieerzeugung und digitale Steuerungssysteme erhöhen die Angriffsflächen. Das BSI fordert daher einheitliche Sicherheitsstandards für alle Akteure.

IT-Sicherheitsgesetz

Um die Voraussetzung für eine sichere Digitalisierung zu schaffen, wurde 2021 das IT-Sicherheitsgesetz 2.0 verabschiedet. Es verpflichtet alle KRITIS-Betreiber – und damit auch Energieversorger – zu erweiterten Sicherheitsmaßnahmen. Seit Mai 2023 müssen sie zusätzlich Systeme zur Angriffserkennung einsetzen und kritische Komponenten beim Innenministerium melden. Das Gesetz wurde mehrfach erweitert, unter anderem durch neue Pflichten zur Registrierung, Meldepflichten bei Störungen und strengere Anforderungen an die Vertrauenswürdigkeit von IT-Produkten.

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