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Energiewende in Europa

Energiewende in Europa

Deutscher Alleingang oder gemeinsamer Weg? Blick in andere Länder.

Grün, effizient und nachhaltig – so soll die Energieversorgung der Zukunft in Deutschland aussehen. Im Sommer 2011 stellte die damalige Bundesregierung mit einem umfangreichen Gesetzespaket die Weichen. Seitdem sind die Bemühungen die deutsche Energieversorgung grundlegend umzubauen auch in Europa unter dem Schlagwort Energiewende bekannt.

Aber welchen Weg gehen unsere Nachbarländer in Sachen Energiezukunft? Ist die Energiewende ein deutscher Alleingang oder der europäische Weg?

Europäische Energie- und Klimapolitik: Ein Überblick.

Windrad vor blauem Himmel

Klimawandel, die zunehmende Abhängigkeit von Energieimporten und steigende Energiepreise - die Länder Europas stehen vor denselben energiepolitischen Herausforderungen. Um diese zu bewältigen, erhielt die EU mit dem Vertrag von Lissabon den Auftrag die Rahmenbedingungen der künftigen europäischen Klima- und Energiepolitik zu gestalten.

Während die EU die energiepolitischen Eckpunkte für Europa festlegt, entscheiden die Mitgliedsstaaten weiterhin souverän, welche Energiequellen sie nutzen und wie sie ihre Energieversorgung sichern. Die unterschiedlichen Energiepolitiken der Länder erschweren die Einigung auf verpflichtende Regelungen auf europäischer Ebene.

Im Jahr 2010 verständigten sich die europäischen Staatschefs auf die Energiestrategie 2020, die so genannten "20-20-20-Ziele". Die Länder verpflichten sich bis 2020:

  • die CO2-Emissionen um mindestens 20 Prozent gegenüber 1990 zu reduzieren
  • den Anteil der erneuerbaren Energien am Gesamtenergieverbrauch auf 20 Prozent zu erhöhen
  • die Energieeffizienz um 20 Prozent zu steigern

Im Oktober 2014 hat der Europäische Rat einen Rahmen für die Klima- und Energiepolitik bis 2030 beschlossen. Darin sind folgende Ziele verankert:

  • die Minderung der Treibhausgas-Emissionen um mindestens 40 Prozent gegenüber 1990
  • die Steigerung der Nutzung erneuerbarer Energien auf 27 Prozent des gesamten Endenergieverbrauches
  • die Steigerung der Energieeffizienz um 27 Prozent

Europäische Kommission schnürt Winterpaket.

Die Europäische Kommission hat Im November 2016 mit dem sogenannten Winterpaket ein umfangreiches Paket zur Energiepolitik vorgestellt. Es umfasst vier Richtlinien und vier Verordnungen, unter anderem einen Vorschlag für eine bessere Koordinierung der nationalen Energiepolitiken durch abgestimmte nationale Klima- und Energiepläne, eine Energieeffizienzrichtlinie, die Weiterentwicklung der Gebäuderichtlinie, eine Erneuerbaren-Richtlinie und ein europäisches Strommarktdesign. Das Paket soll Energie sparen, das Klima schützen und zugleich die Wirtschaft ankurbeln. Auch wird die Versorgungssicherheit künftig nicht mehr allein national, sondern grenzüberschreitend betrachtet. Dadurch werden weniger Kraftwerke benötigt und der Verbraucher spart Kosten.

Quelle: BMWi

Zwischenstand Energiewende in Europa.

Acht Jahre nachdem das Paket zur Energiewende in Europa verabschiedet wurde, gibt es erste Bilanzen zu dessen Erfolg. Das verabreichte Ziel zur Reduktion der Treibhausgasemission gilt bereits als vorzeitig erfüllt. Auch um den Ausbau Erneuerbarer Energien steht es nicht schlecht. Laut der aktuellen Bestandsaufnahme der Europäischen Kommission scheint es realistisch, dass im Jahr 2020 bereits 20 Prozent des Strombedarfs anhand Erneuerbarer Energien abgedeckt werden.

Der Ausbau von Erneuerbaren Energien in Europa erfolgte in den vergangenen Jahren vor allem bei der Windenergie, dahinter folgen Biomasse und Solarenergie.

In der EU wurde 2017 zum ersten Mal mehr Strom aus Wind, Sonne und Biomasse als aus Kohle erzeugt.

Deutschland bewegt sich bei der Energiewende im Ländervergleich im Mittelfeld und liegt derzeit noch unter dem EU-Durchschnitt.

Wie wird die Energiewende in Europa finanziert?

Innerhalb der Europäischen Union gibt es eine Vielzahl an Finanzierungsmöglichkeiten der Energiewende. In den meisten EU-Ländern kommt der Stromkonsument - durch Steuern - für die Umstellung zu Erneuerbaren Energien auf. Aber auch viele Staaten beteiligen sich durch Subventionen, Steuererleichterungen oder Krediten für Investoren an den Kosten.

EU-SysFlex – Stromnetze besser überwachen und sicherer machen.

Die erneuerbaren Energien sind nicht nur in Deutschland, sondern auch in ganz Europa im Aufwind. Bis 2030 sollen 50 Prozent des Strombedarfs in der Europäischen Union (EU) durch Sonne, Wind, Wasser, Biomasse und andere erneuerbare Energiequellen gedeckt werden. Um die Stromversorgung angesichts dessen auch künftig sicher zu gestalten, ist das Projekt „EU-SysFlex“ aufgelegt worden. An ihm sind 15 europäische Länder beteiligt, in denen bis 2021 erforscht wird, wie der Strom auch weiterhin zuverlässig vom Erzeuger zum Verbraucher transportiert werden kann.

MITNETZ STROM gehört in Deutschland zu den sogenannten Demonstratoren, die sich an EU-Sysflex beteiligen. Gemeinsam mit unserer Muttergesellschaft innogy, Fraunhofer-Gesellschaften und einem Softwarehersteller für Leitsysteme suchen wir nach Lösungen für eine bessere Überwachung des Netzes. Im Mittelpunkt steht das Engpassmanagement. Es greift, wenn mehr Strom aus erneuerbaren Energien in unser Netz eingespeist werden soll als aufgenommen werden kann. In diesem Fall müssen Anlagen abgeschaltet werden. Bisher verläuft dies unplanmäßig. Dies soll sich künftig ändern. Vorgesehen ist, die Daten zu Wetterprognosen mit unseren Netzdaten zu verknüpfen, um so Netzengpässe vorausschauend vorhersehen und einplanen zu können. Dies macht die Kontrolle des Netzes sehr viel einfacher und effektiver. 2020 wollen wir mit einem entsprechenden Pilottest beginnen.

So wie wir in Deutschland im Hochspannungsbereich arbeiten Netzbetreiber in Italien im Mittelspannungsbereich und in Finnland im Niederspannungsbereich an vergleichbaren Lösungen. Wir stehen mit ihnen im engen Austausch.

Elektromobilität in Europa.

Grafik Elektromobilität in Europa

Autos mit alternativen Antrieben spielen in Europa weiterhin nur eine untergeordnete Rolle. Der Absatz von Elektroautos, Hybridwagen und Fahrzeugen mit anderen alternativen Antrieben stieg 2017 in der Europäischen Union um rund 40 Prozent auf knapp 853.000 Fahrzeuge. Das macht aber nur einen Anteil von weniger als 6 Prozent des gesamten Automarktes aus. Bei reinen Elektroautos sieht es noch schlechter aus. Diese kommen lediglich auf einen Anteil von 1,4 Prozent. Im Jahr 2017 wurden in der EU mehr als 15,1 Millionen Wagen neu zugelassen, aber nur 216.000 davon waren elektrisch aufladbar oder via Brennstoffzellen betrieben.

Im reinen Elektroauto-Ranking steht Norwegen seit Jahren an der Spitze. Hier wurden 2017 insgesamt 62.313 Elektroautos zugelassen, fast 40 Prozent mehr als im Vorjahr. Dies ist allerdings auf ein massives Förderprogramm zurückzuführen. Norwegen erhebt beim Autokauf hohe Steuern, die Käufern von Elektrofahrzeugen erlassen werden.

Mit 54.617 verkauften batterieelektrischen, Brennstoffzellen- und Plug-in-Hybrid-Fahrzeugen befindet sich Deutschland im europäischen Mittelfeld. Die Zahl der zugelassenen E-Autos verdoppelte sich allerdings.

Quelle: managermagazin.de

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