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Energiewende in Deutschland

Energiewende in Deutschland

Das Energiekonzept der Bundesregierung setzt ehrgeizige Ziele.

Die Reduktion von Treibhausgasen ist das ursprüngliche Ziel der Energiewende. Nach der Atomkatastrophe in Fokushima 2011 rückte auch der Atomausstieg in Deutschland stärker in den Fokus. Beide sind bis heute ihre Triebfedern. 
Die Bundesregierung hat dies mit zahlreichen Zielen verknüpft:

3 paar Hände greifen als Zeichen für Solidarität ineinander

Nur mangelt es bei der Umsetzung dieser Ziele an einer einheitlichen und koordinierten Vorgehensweise. Die Herausforderungen sind groß. Erneuerbare Energien und die Digitalisierung revolutionieren die Energieversorgung. Hohe Investitionen in Netze und Innovationen sind notwendig. Weiterhin gilt es, die Kosten der Energiewende zu begrenzen und gerecht zu verteilen, denn die Energiewende ist ein Gemeinschaftsprojekt. Deshalb müssen alle Bürger, Unternehmen und Kommunen einen angemessenen Anteil zur Finanzierung der Energiewende leisten.

Koalitionsvertrag der Bundesregierung.

Der zukünftige Umgang mit der Förderung und Verstromung von Braunkohle steht im Vordergrund. Aber auch viele andere wichtige energiepolitische Themen sind im Vertrag enthalten. So erkennt er die Schlüsselrolle der Verteilnetze bei Energiewende und Sektorkopplung an. 

Zusätzlich werden bei den folgenden Themen Schwerpunkte gesetzt:

  • Rahmenbedingungen für Speicher verbessern
  • Netzentgelt zukunftsfest machen
  • E-Mobilität beschleunigen
  • Ausbau der erneuerbaren Energien forcieren
  • Breitband-Ausbau voranbringen

Trotz des Koalitionsvertrages bleibt der Gestaltungsspielraum der Bundesregierung sehr groß. Die Umsetzung der enthaltenen Punkte ist weitestgehend offen. Auch werden andere wichtige Themen, wie z.B. eine grundlegende Reform des Abgaben-, Steuer- und Umlagesystems auf Energie, ausgespart.

Bezahlbare Strompreise und stabile Rahmenbedingen für Investitionen.

Die Energiewende gibt es nicht zum Nulltarif. Wichtig ist, dass Strom bezahlbar bleibt, um die Akzeptanz der Energiewende in der Bevölkerung nicht zu gefährden. Die EEG-Umlage und andere staatliche Belastungen dürfen nicht weiter steigen.

Vor allem der Ausbau der erneuerbaren Energien sowie der Neu- und Ausbau der Netzinfrastruktur müssen finanziert werden. Deshalb rechnen Experten auch in den nächsten Jahren mit steigenden Strompreisen trotz weitgehend konstanter Beschaffungskosten für Energie. Die größten Kostentreiber sind Steuern, Abgaben und Umlagen, wie zum Beispiel die EEG-Umlage. Diese machen im Jahr 2018 55 Prozent des Strompreises aus. Zu den staatlich veranlassten Umlagen kommen noch die Netzentgelte hinzu, mit denen der Ausbau der Netze finanziert wird. Die finanziellen Lasten der Energiewende müssen letztendlich die Verbraucher tragen, vor allem die Haushalte und der Mittelstand. Die energieintensive Industrie ist hingegen von den Netzentgelten, der EEG-Umlage und Stromsteuer ganz oder teilweise befreit.

Klimaschutzplan.

Klimaschutzplan, Kamille mit Kraftwerk im Hintergrund

Treibhausgasneutrales Deutschland bis 2050

Im November 2016 beschloss die Bundesregierung den Klimaschutzplan 2050. Es ist das erste Regierungsdokument, das den Weg in ein weitgehend treibhausgasneutrales Deutschland beschreibt. Der Plan enthält Klimaziele für die einzelnen Wirtschaftszweige Industrie und Gewerbe, Energiewirtschaft, Landwirtschaft, Gebäude sowie Verkehr.

Mit dem Klimaschutzplan bekennt sich die Bundesregierung zum Pariser Klimaschutzabkommen, welches auch von Deutschland unterzeichnet worden ist. Die Weltgemeinschaft hat sich auf das Ziel verständigt, die Erderwärmung auf deutlich unter 2 Grad gegenüber vorindustriellen Werten zu begrenzen.

Klimaziele

Der Klimaschutzplan sieht vor, dass bis zum Jahr 2030 die Treibhausgasemissionen um mindestens 55 Prozent gegenüber 1990 verringert werden sollen. Konkret sind für die einzelnen Sektoren folgende Vorgaben vorgesehen.

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Von zentraler Bedeutung ist der Umbau der Energiewirtschaft. In diesem Sektor wurden mit der Energiewende bereits entsprechende Weichenstellungen vorgenommen. Die Energiewende sieht vor, dass die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien deutlich ausgebaut und im Gegenzug die Stromerzeugung aus klimaschädlichen fossilen Energien zurückgefahren werden soll. Ein konkreter Termin für den Ausstieg aus der Kohle wird im Klimaschutzplan nicht genannt. Hierzu heißt es lediglich, dass die Klimaschutzziele nur erreicht werden können, wenn die Kohleverstromung schrittweise verringert wird. 

Energiewende regional: Sachsen-Anhalts neues Klima- und Energiekonzept.

Solarfeld in der Dämmerung

Klimaschutz und Energiewende geht alle an – auch die Bundesländer. Deshalb haben sie, basierend auf dem Plan der Bundesregierung, eigene Klimaschutzpläne erarbeitet, die individuell an das jeweilige Bundesland angepasst sind. Damit tragen sie aktiv dazu bei, die Klimaschutzziele zu erreichen. Das aktuellste Beispiel hierfür ist das im Februar 2019 verabschiedete Klima- und Energiekonzept (KEK) des Landes Sachsen-Anhalt. Dieses knüpft nicht nur an das Aktionsprogramm Klimaschutz 2020 der Bundesregierung an, sondern wurde auch mit Blick auf den neuen Klimaschutzplan 2050 des Bundes entwickelt.

Das Mitte Februar 2019 beschlossene KEK enthält 72 konkrete Maßnahmen in fünf Feldern: Energiewirtschaft, Gebäude, Verkehr, Industrie und Wirtschaft sowie der Land- und Forstwirtschaft. Mit diesen Maßnahmen sollen bis zum Jahr 2020 die Treibhausgasemissionen auf 31,3 Millionen Tonnen Kohlendioxid-Äquivalent jährlich gesenkt werden. Dies entspricht einer weiteren Reduzierung der Emissionen um 1,8 Millionen Tonnen pro Jahr. Als besonders effektiv stellt das Konzept den Ausbau der Photovoltaik und die Elektromobilität für Fahrzeuge heraus. Außerdem werden die Bedeutung der Sektorkopplung im Bereich der Energienetze sowie die Notwendigkeit der Digitalisierung auf allen Ebenen der Energiewende betont. Die Umsetzung und Ergebnisse der Maßnahmen werden wissenschaftlich überwacht und der Landesregierung jährlich in einem Bericht vorgestellt.

Mieterstromgesetz.

Im Sommer 2017 wurde das Gesetz zur Förderung von Mieterstrom verabschiedet. Damit können Mieter zukünftig auch wirtschaftlich von Photovoltaikanlagen profitieren.

Der Mieterstrom wird mit Solaranlagen in unmittelbarer räumlicher Nähe zur Wohnung produziert und muss somit nicht über die öffentlichen Netze geleitet werden. Daher entfallen für diesen Strom die Netzentgelte. Außerdem wird ein Mieterstromzuschuss darauf gezahlt. Da die Ostdeutschen die höchsten Netzentgelte zahlen, entsteht der größte Nutzen des Gesetzes auch in Ostdeutschland. Jeder Mieter entscheidet frei, ob er verfügbaren Mieterstrom beziehen möchte oder einen anderen Stromanbieter wählt.

Die Versorgungssicherheit ist bei diesem Modell des Mieterstroms nicht beeinträchtigt. Wenn zusätzlicher Strom benötigt wird, kann er über das öffentliche Netz bezogen werden. Umgekehrt kann überschüssiger Strom aus der Mieterstromanlage in das öffentliche Netz zu den Konditionen des EEG eingespeist werden oder es kommen Batteriespeicher zum Einsatz.

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